Dagmar Pohle ( Bürgermeisterin) Petra Wermke (Vorsteherin der BVV) Petra Rosenberg (Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg), Petra Pau (Bundestagsvizepräsidentin)      

Gedenken an Otto Rosenberg

Am 16. Dezember 2007 wurden der südliche Abschnitt der bisherigen Wolfener Straße und ein kleiner Platz in der Nähe des S-Bahnhofs Raoul-Wallenberg-Straße nach Otto Rosenberg benannt. An dieser Stelle befand sich das von den Nazis beschönigend „Zigeunerlager Marzahn“ genannte Zwangslager. Nahe dem Parkfriedhof mußten die im Rahmen eines „Landesfahndungstages“ am 16. Juli 1936 von der Berliner Polizei zusammengetriebenen Sinti und Roma unter katastrophalen hygienischen Bedingungen leben: neben den Rieselfeldern zusammengepfercht in Wohnwagen und ausgedienten Baracken auf einem so genannten „Rastplatz“. Vor den Olympischen Spielen im Sommer 1936 sollte Berlin „zigeunerfrei“ sein. Die meisten von ihnen wurden später, wenn sie nicht schon vorher an Entkräftung und Krankheiten gestorben waren, in die Vernichtungslager deportiert.
Otto Rosenberg (1927 – 2001) war einer der wenigen Überlebenden. Er hielt Zeit seines Lebens die Erinnerung an das Leiden seines Volkes wach und kämpfte für dessen gesellschaftliche Gleichstellung und eine gerechte Entschädigung der überlebenden Opfer. Vielen Marzahn-Hellersdorfern wird der langjährige Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. noch von seinen Ansprachen am Gedenkstein auf dem Parkfriedhof in Erinnerung sein.

Zahlreiche Angehörige und Freunde, unter ihnen die Töchter Petra und Marianne Rosenberg, nahmen neben vielen Bürgerinnen und Bürgern an der Namensgebung teil. Zu den Teilnehmern gehörten auch prominente Politikerinnen und Politiker wie die Vizepräsidentin des Bundestages, Petra Pau, Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Schütz.
Im Anschluss an die Namensgebung fand im Schloss Biesdorf eine würdige Gedenkveranstaltung für Otto Rosenberg statt.

Otto Sander  Marianne Rosenberg  Gregor Gysi 

Text und Fotos: W. Brauer