Am 27. Februar 2008 wurde der Platz am Rosenhag/Kieler Straße in Mahlsdorf in „Guthmannplatz“ umbenannt. Die jüdische Familie Guthmann war nach dem Machantritt der Nationalsozialisten 1933 in die Lemkestraße 156 gezogen, Vater Otto, Mutter Charlotte und die Kinder Leopold, Hans, Berthold, Eva und Maria.
Alle Männer der Familie hatten Zwangsarbeit zu leisten. 1942 wurde Berthold verhaftet und nach Riga deportiert. Nur wenige Tage vor der Befreiung starb er im KZ Buchenwald.
Otto und Leopold wurden am 27. Februar 1943 an ihren Arbeitsstellen festgenommen, Hans schon einen Tag zuvor. Alle, auch die Mutter mit den beiden Schwestern, wurden nach Auschwitz deportiert.
Nur Sohn Leopold hat überlebt. Seit 1945 lebt er mit seiner Familie in Belgien. Zur feierlichen Benennung des Platzes waren Leopold Guthmann, seine Frau und seine Töchter, Schwiegersöhne und der Enkel anwesend.
Bürgermeisterin Dagmar Pohle betonte in ihrer Rede: „Wir wollen mit der Benennung dieses Platzes beitragen zu einem Gedenken, das im besten Sinne des Wortes Anstoß und Denkmal ist, das zu Reflektion und kritischen Auseinandersetzen, zu Nachfragen und ’Wissen wollen’ anregt und zugleich das Herz anspricht“. Eine der Töchter von Leopold Guthmann sprach aus ganz persönlicher Sicht: Lange hatte ihr Vater über das Erlebte geschwiegen, umso wichtiger, dass es jetzt für die Familie mit dieser Platzbenennung einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung gibt.
An der Feierstunde nahmen die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Lala Süsskind, Mitglieder des Abgeordnetenhauses, der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, des Bezirksamtes und Bürgerinnen und Bürger des Bezirkes. Der Heimatverein war mit mehreren Mitgliedern, darunter den Vorsitzenden Wolfgang Brauer, Harald Kintscher und Dr. Uwe Klett vertreten.

  Leopold Guthmann und seine Familie  Wolfgang Brauer