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2010

Vereinsgeschichte im Bezirk – Vielfalt und Wandel

Zum diesjährigen „Tag der Regional- und Heimatgeschichte“ hatten sich im Schloss Biesdorf ca. 40 Interessierte eingefunden. Wolfgang Brauer, Vorsitzender des Marzahn-Hellersdorfer Heimatvereins, begrüßte die Anwesenden, unter ihnen Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Klaus Mätz, Fraktionsvorsitzender der SPD in der BVV, Waltraud Mohnholz, Verordnete der SPD, Horst Schubert und Heidi Wagner, Verordnete der Linken in der BVV.

Harald Kintscher gab in seinem einführenden Beitrag einen Überblick über die Anfänge von Vereinsgründungen in Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf und Marzahn. Christa Hübner sprach über die Besonderheiten von Kriegervereinen „Zwischen Nationalismus und Geselligkeit – die Kriegervereine bis 1933“. Der im September 1879 gegründete Marzahner Kriegerverein war überhaupt der erste Verein in unserem Territorium. Dorothee Ifland verdeutlichte in ihrem Beitrag „Die ‚Gleichschaltung‛ der Vereine im Bezirk in der NZ-Zeit“ den sehr schnellen Prozess der sogenannten Gleichschaltung aller Vereine, die durch die Nazis nicht verboten wurden. Manfred Teresiak sprach über die Vereinsentwicklung nach 1990 und stellte fest, dass im Bezirk seitdem eine fast unüberschaubare Zahl neuer Vereine entstand, die sich auch neuen Aufgabenfeldern, wie Sozialarbeit und Kinder- und Jugendarbeit, zuwandten und als Arbeitgeber auftreten.

Die weiteren Rednerinnen und Redner behandelten das Thema an einzelnen Beispielen. Karin Satke sprach kenntnisreich über Vereine in Kaulsdorf wie „Borussia“, „Fichte“ und „Welle“ bis 1933. Gerd Schoppa ließ 90 Jahre Kleingartenwesen in Marzahn Revue passieren. Kleingartenvereine gab es seit den 20er-Jahren, in der NZ-Zeit waren auch sie gleichgeschaltet. Durch den VKSK in der DDR wurden vereinsähnliche und andere Traditionen des Kleingartenwesens bewahrt. Mit der Gründung eines Dachverbandes am 26.6.1990 konnten die Grundstücke in den Kleingartenanlagen gesichert werden. Petra Wermke informierte über Gründung am 15.6.1994 und Anliegen des Städtepartnerschaftsvereins. Er hat sich zur Aufgabe gestellt, die Kontakte zu den Städtepartnern des Bezirkes: Halton/England, Tychy/Polen, Lauingen/Bayern und jeweils zwei Bezirke in Minsk/Belorussland und Budapest/Ungarn zu koordinieren. Über die wechselvolle Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Marzahn als besondere Form von Vereinen sprach Detlef Habrom. Karl-Heinz Gärtner informierte über die 100-jährige Geschichte von „Fortuna Biesdorf“. Die Wurzeln des Sportvereins reichen zurück bis ins Jahr 1903, als der Turnverein „Jahn“ Biesdorf gegründet wurde.

Mit den Beiträgen wurde versucht, Vereinsgeschichte auf dem Territorium des heuten Bezirkes überblicksartig für die einzelnen historischen Zeitabschnitt darzustellen. Bis 1945 und für die Zeit nach 1989/90 ist das weitgehend gelungen. Eine Lücke bleibt für die Zeit der DDR. Durch die Ergänzung der Überblicksdarstellungen mit Beispielen aus der Vereinsgeschichte von Ortsteilen bzw. einzelner Vereine wurde ein Blick auf die sehr vielfältige Vereinsgeschichte in unserem Bezirk möglich.

Die Beiträge werden wieder in einer Publikation veröffentlicht, die auch ein aktuelles Verzeichnis von Vereinen im Bezirk enthalten wird.

Wir danken allen Referentinnen und Referenten für ihre Beiträge sowie in Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Schloss Biesdorf für die organisatorische Unterstützung.




Wolfgang Brauer (Vorsitzender) 
Harald Kintscher Zu den Anfängen des Vereinslebens  
Dr. Christa Hübner Zwischen Nationalismus und Geselligkeit – die Kriegervereine bis 1933  
Karin Satke „Borussia“, „Fichte“ und „Welle“. Vereine in Kaulsdorf bis 1933  
Dorothee Ifland Die „Gleichschaltung“ der Vereine im Bezirk zur NS-Zeit  
Gerd Schoppa 90 Jahre Kleingartenwesen in Marzahn  
Karl-Heinz Gärtner Der Sportverein „Fortuna Biesdorf“ seit 1945 
Detlef Habrom Freiwillige Feuerwehr in Marzahn 
Dr. Manfred Teresiak Vereine in Marzahn-Hellersdorf nach 1989/90 
Petra Wermke Blick in die Ferne – der Städtepartnerschaftsverein  


Text: R. Schilling, Fotos: R. Rau, Renate Schilling


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