Fünfzehn Jahre erfolgreiche Arbeit des Heimatvereins
Am 21. Januar beging der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V. sein fünfzehnjähriges Bestehen. Da bis Ende des Jahres 2000 noch die zwei gesonderten Bezirke Hellersdorf und Marzahn bestanden, wirkten die Mitglieder zunächst auch in getrennten Vereinen.
Zur Vereinsgeschichte Zuerst kam es in Hellersdorf zur Vereinsgründung. Sie wurde im Herbst 1990 durch den Leiter der damaligen Bezirkschronik Hellersdorf Dieter Winkler mit aktiver Unterstützung des Pfarrers Klaus Petschelt von der Kirchengemeinde Kaulsdorf, von Dr. Friedrich Wilhelm Bretschneider und anderen vorbereitet und fand am 21. Januar 1991 in der „Villa Pelikan“ statt. An der Gründungsversammlung nahmen 29 Bürger teil; 19 erklärten ihre Mitgliedschaft und hoben den „Heimatverein für Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf“ aus der Taufe. In den ersten Vorstand wurden Dr. Friedrich Wilhelm Bretschneider als Vorsitzender, Harald Kintscher als Stellvertreter, Wolfram Menzel, Dr. Alfred Neubauer, Erika Schwarz, Carolina Winkler und Dieter Winkler gewählt.
Sieben Jahre später entstand ein ähnlicher Verein im Bezirk Marzahn. Bereits seit Mitte der neunziger Jahre hatten sich Karl-Heinz Gärtner, Horst Pohl und andere mit ihren heimatgeschichtlichen Aktivitäten um die Bildung eines Heimatvereins bemüht. Den Marzahner Verein gründeten dann am 21. Januar 1998 im KulturGut 42 Mitglieder als „Förderverein für das Heimatmuseum Marzahn“. Die Initiative zu dessen Bildung war von Marita Beier, Karl-Heinz Heuschkel, Dr. Marianne Kühling, Dr. Günter Peters, Dr. Lutz Prieß, Dr. Rolf Semmelmann und anderen ausgegangen. Auf der Gründungsversammlung wurden in den Vorstand gewählt: Dr. Günter Peters als Vorsitzender, Dr. Lutz Prieß und Karl-Heinz Heuschkel als Stellvertretender, Marita Beier und Dr. Rolf Semmelmann. Der neue Förderverein für das Heimatmuseum Marzahn bat den in der Vereinsarbeit erfahrenen Heimatverein Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf um Unterstützung. Er erhielt viele Ratschläge und Anregungen zur Vorbereitung der Jubiläen von Biesdorf und Marzahn, zur Publikationsarbeit sowie zu den Finanzfragen.
Von den 61 Gründungsmitgliedern der beiden Vereine sind heute noch 38 Mitglieder aktiv im Heimatverein Marzahn-Hellersdorf tätig und leisten gemeinnützige ehrenamtliche Arbeit.
Der Zusammenschluss beider Vereine Am 1. Januar 2001 fusionierten – im Rahmen der Bezirksneugliederung in Berlin – die Bezirke Marzahn und Hellersdorf zu einem gemeinsamen Bezirk. Dadurch entstand der Wunsch, auch den Hellersdorfer Heimatverein und den Marzahner Förderverein zusammenzuschließen. Zur demokratischen Vorbereitung der Vereinsfusion wurde im Ergebnis einer gemeinsamen Vorstandssitzung am 21. Mai 2001 Übereinstimmung über den neuen Vereinsnamen erzielt: „Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V.“. Vier Arbeitsgruppen wurden gebildet, die die Entwürfe der Satzung und der Beitragsordnung sowie das Procedere des Zusammenschlusses ausarbeiteten, sich mit der inhaltlichen Aufgabenstellung, dem Zweck und den Strukturen des gemeinsamen Vereins befassten, sich mit der Publikationstätigkeit und der Öffentlichkeitsarbeit, einschließlich der Internetarbeit beschäftigten sowie Grundsätze und Vorschläge für langfristige und jährliche Veranstaltungen des künftigen Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf unterbreiteten. An dem Prozess des Zusammenschlusses beteiligten sich viele Mitglieder mit ihren Vorschlägen. Am 13. November 2001 benannte sich der „Förderverein“ auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in „Heimatverein“ um. Den Abschluss bildete die Mitgliederversammlung am 18. März 2002, die die Satzung und die Beitragsordnung des „Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf“ als Grundlage der Vereinstätigkeit einstimmig annahm. Seit diesem Zeitpunkt arbeiten die Mitglieder aus den ehemaligen Bezirken Hellersdorf und Marzahn gemeinsam an der Verwirklichung der Ziele und Aufgaben des Vereins.
Heimatgeschichtliche Aktivitäten Das Ziel des Heimatvereins, dessen Mitglieder fast je zur Hälfte in den Dörfern und Siedlungsgebieten bzw. in den Großwohngebieten zu Hause sind, war, ist und bleibt die Förderung heimatgeschichtlicher Aktivitäten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit seinen Ortsteilen. Für uns ergibt sich daraus die Aufgabe, Geschichte und Leben der Menschen in den fünf Dörfern und in den Siedlungsgebieten mit ca. 70.000 Einwohnern sowie in den Großwohngebieten mit 180.000 Einwohnern zu erkunden und bekannt zu machen.
In den vergangenen 15 Jahren wurden durch die Mitglieder unseres Vereins elf „Tage der Denkmalpflege und Heimatgeschichte“ (alle in Hellersdorf) und sieben „Tage der Regional- und Heimatgeschichte“ (zunächst in Marzahn, dann in Marzahn-Hellersdorf) durchgeführt. Hier und auf anderen Veranstaltungen wurden die Hauptergebnisse der Vereinsarbeit vorgestellt, darunter:anlässlich der Dorfjubiläen zwischen 1995 und 2000 zur Geschichte des 700-jährigen Marzahns (2000), des 650-jährigen Mahlsdorf (1995) und Kaulsdorf (1997) sowie des 625-jährigen Biesdorf und Hellersdorf (beide 2000);zu Themen wie Straßenumbenennungen in Hellersdorf, Schulgeschichte, Geschichte der Großwohngebiete und des industriellen Bauens, Entwicklung der Siedlungsgebiete, Wirtschafts- und Verkehrgeschichte;zu Persönlichkeiten, die wichtig für die Geschichte des Bezirkes waren. Das reichte von Architekten, Gutsbesitzern, Industriellen und Handwerkern bis zu Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus. Die Heimatverein Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf e.V. sah einen seinen Arbeitsschwerpunkte auch in der Denkmalpflege. Eine durch den Heimatverein aktiv unterstützte Aktionen war die Wiederherstellung der Turmspitze der Kaulsdorfer Jesuskirche, die 1999 dank bürgerschaftlichen Engagements und Spenden von etwa 500.000 DM wieder aufgesetzt werden konnte. Beide Vereine engagierten sich bei der Vorbereitung und Durchführung der jährlich stattfindenden dörflichen Feste, vor allem das Blütenfest in Biesdorf, das Alt-Marzahner Erntefest sowie die Weihnachtsmärkte in Kaulsdorf und Marzahn. In den vergangenen 15 Jahren sind zahlreiche Publikationen des Heimatvereins und des Bezirksmuseums erschienen. Bislang konnten insgesamt 34 Veröffentlichungen des Heimatvereins und 13 des Bezirksmuseums sowie zahlreiche weitere Beiträge von anderen Herausgebern als heimatgeschichtliche Literatur publiziert werden. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen wurde in den letzten 15 Jahren veröffentlicht. Sie haben das Bild von der Geschichte unseres Heimatbezirkes sehr erheblich erweitert und differenziert.
Fünfzehn Jahre Heimatverein – das bedeutet, dass viele Vereinsmitglieder nach der Devise gewirkt haben:Geschichte braucht Zukunft Zukunft braucht Geschichte.Regionalgeschichtliches Wissen liefert keine Rezepte für gegenwärtig und künftig anstehende Entscheidungen. Es bringt aber Erfahrungen hervor, die bei der Lösung von gegenwärtigen und künftigen Aufgaben sowie für das Selbstbewusstsein der Menschen hilfreich sein können. In dem Sinne wollen wir auch weiter im Interesse unserer Mitglieder arbeiten.
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